PPAP & PPF – So gelingt die Bemusterung

12. 01 2026 | VDA 6.3

Die Bemusterung ist ein kritischer Meilenstein in jedem Automotive-Projekt. Bevor ein Zulieferer in Serie gehen darf, muss er nachweisen, dass sein Produkt und seine Prozesse den Anforderungen entsprechen. Dafür sind die Verfahren PPAP (Production Part Approval Process) und PPF (Produktionsprozess- und Produktfreigabe) etabliert.

Doch die Bemusterung ist weit mehr als das Einreichen von Dokumenten. Richtig verstanden, dient sie der Absicherung von robustem Design, stabilen Prozessen und widerstandsfähigen Lieferketten – und damit der Auditfähigkeit.

Wir von GBN Experts unterstützen seit über 14 Jahren Tier-1- und Tier-2-Zulieferer in der Umsetzung von Bemusterungen. Mit OEM-Erfahrung aus Projekten bei Porsche wissen wir, wie PPAP und PPF praxisnah umgesetzt werden – und wie Zulieferer die Bemusterung als Chance nutzen können.

 

Was sind PPAP und PPF?

  • PPAP (Production Part Approval Process)
    Vom AIAG (Automotive Industry Action Group) entwickeltes Verfahren zur Produktionsfreigabe, vor allem in Nordamerika verbreitet.
  • PPF (Produktionsprozess- und Produktfreigabe)
    Deutsche Entsprechung nach VDA-Band 2, in Europa gängig.

Beide Verfahren verfolgen das gleiche Ziel: OEMs und Zulieferer absichern, dass Produkt, Prozess und Lieferkette robust genug für die Serie sind.

 

Warum Bemusterung so entscheidend ist

  • OEM-Freigabe: Ohne erfolgreiches PPAP/PPF keine Serienlieferung.
  • Qualitätssicherung: Nachweis, dass Prozesse stabil und wiederholbar arbeiten.
  • Vertrauen: OEMs erwarten, dass Zulieferer Auditfähigkeit und Robustheit nachweisen können.
  • Lieferkettenstabilität: Fehler in der Bemusterung gefährden ganze Projekte.

 

Typische Fehler bei der Bemusterung

  1. Dokumente nur für das Audit erstellt, nicht in den Prozessen verankert.
  2. Unvollständige FMEAs, die keine Rückschlüsse aus Reklamationen enthalten.
  3. Prozesse nicht unter Serienbedingungen validiert.
  4. Unzureichende Messsystemanalysen (MSA).
  5. Lieferanten nicht einbezogen, sodass die Supply Chain lückenhaft bleibt.

Aus unserer Praxis: Viele Bemusterungen scheitern nicht am PPAP-Formular, sondern daran, dass Design, Prozesse und Lieferketten nicht robust abgesichert sind.

 

Erfolgsfaktoren für PPAP & PPF

Robustes Design nachweisen

  • Design-FMEAs sauber durchführen.
  • Lessons Learned aus Reklamationen berücksichtigen.
  • Ziel: Produkte, die auch bei Materialschwankungen und Belastungen zuverlässig funktionieren.

Beispiel: Ein Kunststoffteil wird auf Alterungseffekte geprüft, um Langzeitstabilität zu sichern.

Robuste Prozesse validieren

  • Prozess-FMEAs vollständig und realistisch durchführen.
  • SPC einsetzen, um Prozessfähigkeit nachzuweisen.
  • MSA, um Messsysteme abzusichern.

Beispiel: Ein Drehprozess wird so validiert, dass auch bei Werkzeugverschleiß die Maßhaltigkeit gewährleistet ist.

Robuste Lieferketten integrieren

  • Lieferantenaudits durchführen und Bemusterungsunterlagen prüfen.
  • Zulieferer aktiv in PPAP/PPF-Prozesse einbinden.
  • Ziel: Eine Lieferkette, die auch unter Termindruck zuverlässig funktioniert.

Beispiel: Ein Tier-2 wird in die PPF-Dokumentation aufgenommen und seine Prozesse durch ein VDA 6.3 Audit geprüft.

Lückenlose Dokumentation sicherstellen

  • Vollständige Nachweise (z. B. Kontrollpläne, Prüfberichte, Zeichnungen).
  • Einheitliche Struktur, damit OEMs Unterlagen schnell prüfen können.

Interne Audits & Simulationen nutzen

  • Probe-Bemusterungen durchführen, bevor Unterlagen beim OEM eingereicht werden.
  • Ziel: Frühzeitig Schwachstellen erkennen und beheben.

 

Best Practices aus der Praxis

Beispiel 1 – PPAP bei Serienanlauf

Ein Tier-1-Zulieferer musste kurzfristig eine Bemusterung für einen neuen OEM-Auftrag durchführen. Wir begleiteten die PPF-Erstellung, führten Prozessvalidierungen durch und stellten die MSA sicher.
Ergebnis: OEM-Freigabe im ersten Durchlauf, Serienanlauf ohne Eskalation.

Beispiel 2 – Lieferkette in PPF integriert

Ein OEM bemängelte, dass ein Tier-1 seine Tier-2 nicht in die Bemusterung einbezog. Wir führten Lieferantenaudits durch, integrierten deren Daten in die PPF und validierten Prozesse.
Ergebnis: Audit bestanden, Lieferkette nachhaltig stabilisiert.

 

Unsere Leistungen im Bereich Bemusterung

Wir sind kein Schulungsanbieter, sondern Ingenieure, die mitarbeiten:

Wir sind kein Schulungsträger, sondern Ingenieure, die mitarbeiten:

  • Unterstützung bei PPAP- und PPF-Dokumentationen.
  • Moderation von FMEAs (Design & Prozess).
  • Durchführung von SPC- und MSA-Analysen.
  • Integration von Lieferanten in Bemusterungen.
  • Interne Audits & Probe-Bemusterungen.

 

Vorteile mit GBN Experts

Für Head of Quality / QM-Leiter

  • OEM-konforme Bemusterungen ohne Überraschungen.
  • Auditfähigkeit nachweisbar.
  • Entlastung der eigenen Teams.

Für SQEs

  • Unterstützung bei Lieferanteneinbindung in PPAP/PPF.
  • Praxisnahe Coaching-Ansätze.
  • OEM-nahe Methodenumsetzung.

Für Geschäftsführung

  • Vermeidung von Eskalationen.
  • Stabilere Projekte durch robuste Bemusterungen.
  • Stärkung der Kundenbeziehung zum OEM.

 

Fazit – Bemusterung als Chance für Robustheit

PPAP und PPF sind nicht nur Pflichtdokumente für OEMs – sie sind eine Chance zur Absicherung von robustem Design, stabilen Prozessen und widerstandsfähigen Lieferketten.

Mit GBN Experts profitieren Sie von:

  • 14+ Jahren OEM-Erfahrung (z. B. Porsche),
  • praxisnaher Unterstützung bei PPAP & PPF,
  • robusten Prozessen, Designs und Lieferketten,
  • nachhaltiger Auditfähigkeit und Projektabsicherung.